Eins vorneweg: Ich hasse Fasching. Das Verkleiden, das quasi vom Arzt verschriebene Lustigsein und Ausflippen: Ich verabscheue es zutiefst. Büttenreden im Fernsehen und, nicht zu vergessen, die büttenredenartige Predigt am Sonntag vorm Rosenmontag sind unerträglich.
Allerdings - das sogenannte Schmalzgebäck das im Fasching mitinbegriffen ist, ist wirklich nicht zu verachten. Krapfen, Ausgezogne, Quarkbällchen, was auch immer: Passt wunderbar in den nasskalten Februar, solange es in viel Fett ausgebacken wurde. (Ist jemandem schon einmal aufgefallen, dass ich überdurchschnittlich oft übers Essen und die damit verbundenen sinnlichen Genüsse schreibe? Anhand meiner Schreibe müsste man mich für eine 130-Kilo-Tonne halten...)
Also bin ich nach der Uni in den örtlichen Supermarkt gegangen und hab mir einen "berlinerbolle" gekauft. Hätte ich mal lieber sein lassen sollen. Nicht nur, dass er um etwa 40 % kleiner war als ein handelsüblicher deutscher Krapfen oder Berliner, der Teig war auch noch irgendwie mehlig und wenig duftig. Und die Füllung... in einen Krapfen kommt ausschließlich Hiffenmark, das sage ich als Lebens- und Genussmittelfaschist!
Dann wohl lieber Rosinboller. Die sind meistens lecker, fluffig-locker und nicht zu süß und an sich ein Alltagsgebäck wie Nussschnecken in Deutschland. Man soll eben das genießen, was die Leute hier am besten können. Ich käme ja auch nicht auf die Idee, in Thailand ein Steak, schön blutig, zu bestellen. (Hat meine ehemalige Biolehrerin einmal gemacht. Unnötig zu erwähnen, dass sie eine ordentliche Lebensmittelvergiftung danach hatte.)
Ich kann hier einmal gekonnt einen Cliffhanger platzieren: In einem meiner nächsten Einträge geht es (mal wieder) um eine norwegische Spezialität... Braun, klebrig, salzig und süß und sehr skandinavisch... stay tuned and spread the word!
Mittwoch, 18. Februar 2009
Montag, 16. Februar 2009
Essay - ein Versuch
Heute saß ich mal wieder in meinem Literaturkurs. Norwegische und allgemein skandinavische Literatur. Normalerweise fällt es mir schrecklich schwer, nicht einzuschlafen. Nichts gegen meinen Professor persönlich, aber sein Gemurmel kann extrem einschläfernd wirken. Die Augen können nichts anregendes entdecken, vielmehr noch, mein Vorleser schließt beim Vortragen oftmals die Augen oder sieht in die Ferne, dorthin, wo man nur einen Horizont vermuten kann. Dabei steht er still und bewegt sich auch sonst sehr sparsam. Es ist manchmal nicht zum Aushalten.
Heute war das anders. Zwar schweiften meine Gedanken auch heute wieder ab, aber wenigstens in einen studienrelevanten Bereich. Das Thema der Vorlesung war das Genre des Essays. Die meisten haben zumindest mal das Wort gehört, die wenigsten wissen, worum es sich hierbei genau handelt. Gewöhnlicherweise ist ein Essay ein recht subjektiver Aufsatz, bei dem der Schreiber sich assoziierenderweise auf den Weg macht eine mentale Reise zu unternehmen. (Hiermit wären wir auch bei der typischen Metapher für den Essay: dem Spaziergang. Aber das nur nebenbei gesagt.)
Vom französischen Autor Montaigne im 16. Jahrhundert erstmals erprobt, erlangte der Essaystil bald größere Verbreitung, sodass eigentlich jeder halbwegs bekannte Autor, ob Philosoph oder Belletrist, sich an dieser Form versucht hat. Wobei, die Form ist fast immer sehr frei, der Schreiber lässt sich treiben, gleichsam einer Eisscholle auf dem halbgefrorenen See der Themen und Möglichkeiten. Wohin es ihn verschlägt, tja.
Wenn ich schon die Eisschollen erwähne: Bergen hat die letzten etwa zwei Wochen großes Glück gehabt mit dem Wetter, sodass es, anstatt ununterbrochen zu regnen, fast ununterbrochen geschneit hat. Die Norweger haben ihre Langlaufskier herausgeholt und die Kinder haben jeden erdenklichen Hügel, sei er auch noch so klein, zum Schlittenfahren genutzt.
Bevor ich hierher kam, dachte ich, die Norweger hätten eventuell eine Möglichkeit entwickelt, im Winter auf Schnee und Eis zu laufen, ohne auszurutschen und sich den Hals zu brechen. Dass sie vielleicht eine bestimmte Technik kannten, wie man unfallfrei auf einen schneebedeckten Hügel hinauf- und ebenso wieder herunterkommt. Nun, haben sie nicht. Sie rutschen, trippeln und fallen genauso viel wie andere Nationen.
Nach einer solchen Anstrengung für den Gleichgewichtssinn und bei diesem kalten Wetter ist Schokolade immer gut. Ich hatte hier ja schon einmal erwähnt, dass die Schokolade die es hier zu kaufen gibt, durchaus zu wünschen übrig lässt. Deswegen hatte ich meine Familie beauftragt, mir ein Care-Paket zu schicken. Das im Übrigen heute, als unheimlich kompakt gepacktes Paket, angekommen ist. Ich habe mich sofort auf die Teewurst und die Neapolitaner gestürzt und mit großem Genuss verspeist. Köstlich. Man glaubt gar nicht, wie sehr man an solchem an sich nutzlosen, ungesunden Kram hängt. Ja, heute war ein guter Tag.
Das bringt mich wieder auf das Ausgangsthema: die heutige Vorlesung über den Essay. Während ich also meinem Vorleser zuhörte über seine Ausführungen über Essays und Essayisten, kam mir folgender Gedanke: Es ist gar nicht so schwer, an Essays zu kommen um sie zu lesen. Schließlich besitzt heute doch jeder einen Blog, wo er oder sie sich über bestimmte Themen auslässt. Klar, es gibt Blogs, die ein bestimmtes Thema haben, etwa Essen, Mode oder Abnehmen, um nur drei willkürliche Themen zu nennen. Der Ottonormalblogger hingegen schreibt meist worüber? Richtig, über das, was ihm so im Leben passiert. Nur mal als Beispiel: Montaigne hat nicht nur über Leben und Tod sinniert, sondern auch über so Nützliches wie welche Weingläser er benutzt, über Nierensteine, und so weiter und so fort. Und was macht der Durchschnittsblogger? Eben.
Der einzige Unterschied ist, dass Montaigne wohl eher zur Weltliteratur zählt als der Allgemeinblogger. Zu denen ich mich auch zähle, ich bin ja nicht größenwahnsinnig. Also, zu letzteren, mein ich.
Heute war das anders. Zwar schweiften meine Gedanken auch heute wieder ab, aber wenigstens in einen studienrelevanten Bereich. Das Thema der Vorlesung war das Genre des Essays. Die meisten haben zumindest mal das Wort gehört, die wenigsten wissen, worum es sich hierbei genau handelt. Gewöhnlicherweise ist ein Essay ein recht subjektiver Aufsatz, bei dem der Schreiber sich assoziierenderweise auf den Weg macht eine mentale Reise zu unternehmen. (Hiermit wären wir auch bei der typischen Metapher für den Essay: dem Spaziergang. Aber das nur nebenbei gesagt.)
Vom französischen Autor Montaigne im 16. Jahrhundert erstmals erprobt, erlangte der Essaystil bald größere Verbreitung, sodass eigentlich jeder halbwegs bekannte Autor, ob Philosoph oder Belletrist, sich an dieser Form versucht hat. Wobei, die Form ist fast immer sehr frei, der Schreiber lässt sich treiben, gleichsam einer Eisscholle auf dem halbgefrorenen See der Themen und Möglichkeiten. Wohin es ihn verschlägt, tja.
Wenn ich schon die Eisschollen erwähne: Bergen hat die letzten etwa zwei Wochen großes Glück gehabt mit dem Wetter, sodass es, anstatt ununterbrochen zu regnen, fast ununterbrochen geschneit hat. Die Norweger haben ihre Langlaufskier herausgeholt und die Kinder haben jeden erdenklichen Hügel, sei er auch noch so klein, zum Schlittenfahren genutzt.
Bevor ich hierher kam, dachte ich, die Norweger hätten eventuell eine Möglichkeit entwickelt, im Winter auf Schnee und Eis zu laufen, ohne auszurutschen und sich den Hals zu brechen. Dass sie vielleicht eine bestimmte Technik kannten, wie man unfallfrei auf einen schneebedeckten Hügel hinauf- und ebenso wieder herunterkommt. Nun, haben sie nicht. Sie rutschen, trippeln und fallen genauso viel wie andere Nationen.
Nach einer solchen Anstrengung für den Gleichgewichtssinn und bei diesem kalten Wetter ist Schokolade immer gut. Ich hatte hier ja schon einmal erwähnt, dass die Schokolade die es hier zu kaufen gibt, durchaus zu wünschen übrig lässt. Deswegen hatte ich meine Familie beauftragt, mir ein Care-Paket zu schicken. Das im Übrigen heute, als unheimlich kompakt gepacktes Paket, angekommen ist. Ich habe mich sofort auf die Teewurst und die Neapolitaner gestürzt und mit großem Genuss verspeist. Köstlich. Man glaubt gar nicht, wie sehr man an solchem an sich nutzlosen, ungesunden Kram hängt. Ja, heute war ein guter Tag.
Das bringt mich wieder auf das Ausgangsthema: die heutige Vorlesung über den Essay. Während ich also meinem Vorleser zuhörte über seine Ausführungen über Essays und Essayisten, kam mir folgender Gedanke: Es ist gar nicht so schwer, an Essays zu kommen um sie zu lesen. Schließlich besitzt heute doch jeder einen Blog, wo er oder sie sich über bestimmte Themen auslässt. Klar, es gibt Blogs, die ein bestimmtes Thema haben, etwa Essen, Mode oder Abnehmen, um nur drei willkürliche Themen zu nennen. Der Ottonormalblogger hingegen schreibt meist worüber? Richtig, über das, was ihm so im Leben passiert. Nur mal als Beispiel: Montaigne hat nicht nur über Leben und Tod sinniert, sondern auch über so Nützliches wie welche Weingläser er benutzt, über Nierensteine, und so weiter und so fort. Und was macht der Durchschnittsblogger? Eben.
Der einzige Unterschied ist, dass Montaigne wohl eher zur Weltliteratur zählt als der Allgemeinblogger. Zu denen ich mich auch zähle, ich bin ja nicht größenwahnsinnig. Also, zu letzteren, mein ich.
Dienstag, 10. Februar 2009
Und, was nun?
Weihnachten ist vorbei, Neujahr ebenfalls, Valentinstag kommt ebenso wie die verhasste Faschingszeit. Ich lebe noch, auch wenn mich die letzten Tage eine Erkältung niedergestreckt hat. (Mein Gehirn kommt zur Nase raus, aber das nur nebenbei bemerkt.)
Bergen hat sich in eine wunderhübsche Winterlandschaft verwandelt (selten genug, dass der Schnee liegen bleibt und sich nicht sofort in graubraunen Matsch verwandelt). Es ist schön sonnig und kalt, alles weiß, klischeehaft nordisch.
Achja, bald bekomme ich ein Care-Paket aus Deutschland geschickt. Irgendwo unterwegs hat mich die Lust nach gutem Müsli gepackt... Oh Kölln-Müsli, du beste Frühstücksflockenmischung, mit den zarten und kernigen Haferflocken, ausgewogen abgeschmeckt mit Schokoplättchen und Karamellkügelchen...
Die Auswahl an Frühstücksflocken hier in Norwegen hält sich durchaus in recht engen Grenzen: Entweder man nimmt Müsli, Fitness-Flakes, Cornflakes oder Süßkram Marke Kellogg's. Man erspart sich die Qual der Wahl, die im deutschen Supermarkt folgen würde, wenn man etwa zwanzig mal zwei Meter fünfzig große Auswahl an Flakes hat: Billig-Marke oder Exklusiv-Kram? Zuckerbombe oder fettreduziert? Schokofüllung oder Nougat?
Naja, im Moment spielen Geschmacksurteile ohnehin eine untergeordnete Rolle. Meine Nase ist ja zu...
Bergen hat sich in eine wunderhübsche Winterlandschaft verwandelt (selten genug, dass der Schnee liegen bleibt und sich nicht sofort in graubraunen Matsch verwandelt). Es ist schön sonnig und kalt, alles weiß, klischeehaft nordisch.
Achja, bald bekomme ich ein Care-Paket aus Deutschland geschickt. Irgendwo unterwegs hat mich die Lust nach gutem Müsli gepackt... Oh Kölln-Müsli, du beste Frühstücksflockenmischung, mit den zarten und kernigen Haferflocken, ausgewogen abgeschmeckt mit Schokoplättchen und Karamellkügelchen...
Die Auswahl an Frühstücksflocken hier in Norwegen hält sich durchaus in recht engen Grenzen: Entweder man nimmt Müsli, Fitness-Flakes, Cornflakes oder Süßkram Marke Kellogg's. Man erspart sich die Qual der Wahl, die im deutschen Supermarkt folgen würde, wenn man etwa zwanzig mal zwei Meter fünfzig große Auswahl an Flakes hat: Billig-Marke oder Exklusiv-Kram? Zuckerbombe oder fettreduziert? Schokofüllung oder Nougat?
Naja, im Moment spielen Geschmacksurteile ohnehin eine untergeordnete Rolle. Meine Nase ist ja zu...
Montag, 1. Dezember 2008
Norwegian Food #2

Endlich wieder was Neues aus dem Land der Trolle, Fjelle und Fjorde. Ich habe Klausuren und Hausarbeiten überlebt und endlich ein wenig Zeit.
Leute, die mich kennen, wissen von meiner Schwäche für salzigen Knabberkram. Das, was man oben im Bild sehen kann ist eine Tüte Chips. Klar. Die Marke heißt "Sørlands Chips" und stammt aus der Gegend hier. Die Firma rühmt sich, Norwegens kleinste Chipsfabrik zu sein, was automatisch bedeutet, dass dies europaweit eine der kleinsten Fabriken sein muss.
Normalerweise würde ich nicht allzu viele Worte über Chips verlieren. Diese jedoch sind besonders, ich würde sie als "krach-bumm" beschreiben.
"Krach-bumm" ist in etwa das Geräusch, das beim Essen dieser Chips entsteht. Denn anders als ihre papierdünnen kartoffligen Artverwandten krachen die Sørlands Chips ordentlich. Herrlich. Wunderbar wenn man Frust schiebt und es so richtig krachen lassen will.
Auf der Chipstüte selbst steht die Entstehungsgeschichte der Chips. (Ich erlebe das erste Mal, dass auch Chips einen Klappentext haben können.)
Ich gebe hier einmal eine (nur von mir selbst autorisierte) Übersetzung wieder:
"Ein schwerer Plastiksack war das einzige was Terje bei sich hatte als er von seinem Urlaub in Kanada nach Hause kam. Es war frühmorgens im Juli 1990 und Terje war gerade auf dem Flughafen in Kristiansand gelandet. Nun kam er zu Leif Arne in den Kiosk gelaufen und leerte den Sack über die Theke. Chips! Der Sack war voller Chips. 'Nun teste doch mal!', rief Terje enthusiastisch und schob die Chips Leif Arne hin. Und Leif Arne testete. Er testete noch ein bisschen, und noch ein bisschen. Dann stürzte er zum Telefon. Zwanzig Minuten später standen wir dort alle vier und knusperten Chips aus Kanada. Dicke Kartoffelscheiben mit Schale, die langsam in kleinen Portionen auf extra kleiner Flamme, in gutem Erdnussöl, fritiert waren.
'Das ist doch blöd jedes Mal nach Kanada zu fahren wenn wir Chips haben wollen', murmelte Rune ein wenig traurig. 'Dann machen wir die eben selbst', sagte Terje und da fingen wir an mit einer gründlichen Marktanalyse. Wir schütteten normale potetgull-Chips in eine Schüssel und die kanadischen Chips in eine andere. Während sich Leif Arnes Kunden selbst bedienten, standen wir versteckt hinter den Regalen und verfolgten welche Schüssel zuerst geleert würde. Nicht lange danach hatten wir alles verkauft was wir hatten, Leif Arnes Kiosk inklusive. Das reichte genau für eine gebrauchte Packmascine, einige schwere Töpfe und eine alte Waage, die sich als ungenau erwies dass wir Steinars Ehering verpfänden mussten um eine neue zu kaufen. Dann richteten wir eine alte Autowerkstatt neu ein und nahmen die Küchenausstattung von zuhause mit. Das was uns fehlte liehen wir bei Freunden aus. Und weniger als zwei Monate nach Terjes Rückkehr aus Kanada begann es zu brodeln in den Töpfen der kleinsten Chipsfabrik Norwegens.
Wir hoffen es schmeckt!
Leif Arne, Rune, Steinar und Terje"
Ich steh ja auf so eine Personalisierung des Produkts. Auf jeder Packung steht zum Beispiel, wer von den vieren die Tüte gepackt und kontrolliert hat und woher die Kartoffeln kommen. Das Layout ist klar und ansprechend. Ich mag die Schriftart. Aber das alles wäre nichts, wenn es nicht auch noch schmecken würde. Die Sørlands Chips kommen in vier Geschmacksrichtungen:
Meersalz (der Klassiker und mein persönlicher Favorit)
Spanische Paprika mit Petersilie (pimp my potato chips sag ich da nur)
Crème fraîche mit Knoblauch (danach besser niemanden anhauchen)
Zitronenpfeffer (relativ neu, eher zitronig als pfeffrig)
Vermutlich werde ich auch einen Koffer voller Chips heimschleppen.
Donnerstag, 20. November 2008
Eine kleine Rechtfertigung
Es muss Äonen her sein, dass ich etwas gepostet habe. Ich bin meinen wenigen, hoffentlich treuen Lesern zu einer Erklärung verpflichtet.
Zunächst einmal: Ich lebe noch. Auch wenn draußen untypischerweise ein Blizzard tobt und alles schön weiß wird (was man eh nicht wirklich sieht, da es ab vier Uhr dunkel wird), mir geht es gut.
Leider Gottes neigt sich hier derzeit das Herbstsemester dem Ende zu und ich habe leider Gottes meine Kurse so gewählt, dass ich zwei Hausarbeiten und ein Examen fast zur selben Zeit abliefern muss. Um es noch deprimierender zu machen: Alles rund um meinen Geburtstag herum. Da hülfe nicht einmal mehr eine yes-Torte.
Deshalb sitze ich hauptsächlich an meinem Laptop, tippe mir die Finger wund und wenn ich Pause habe lerne ich für die Linguistik-Prüfung.
Überhaupt Prüfungen: Hier ist es völlig normal, sechsstündige Klausuren zu schreiben. Und wir sprechen hier nicht von popligen Schulstunden à 45 Minuten. Nein, ganze sechs sechzigminütige Stunden soll der Spaß dauern. Zusätzlich wird in Massenprüfungen getestet. Das heißt beispielsweise, dass zehn verschiedene Kurse sich am selben Tag zur selben Zeit am selben Ort treffen um nicht die selben Prüfungen abzulegen. Um den Austragungsort wird ein ziemlicher Bohei gemacht: Er wird erst eine Woche vorher verkündet und wenn man Pech hat, muss man erst einmal eine halbe Stunde mit dem Bus dorthin fahren. Man muss außerdem mit schwarzem oder blauem Kugelschreiber schreiben, sodass man mittels Kohlepapier zwei zusätzliche Kopien abliefern kann. Essen und trinken ist erlaubt (alles andere wäre unmenschlich), ebenso der Toilettengang nach vorheriger Ankündigung (alles andere würde gegen die Genfer Menschenrechtskonventionen verstoßen).
Jede Klausur hier ist wie eine echte Studiums-Abschluss-Prüfung: Lang, nervenaufreibend und höchstoffiziell.
Tja, lykke til für mich.
Zunächst einmal: Ich lebe noch. Auch wenn draußen untypischerweise ein Blizzard tobt und alles schön weiß wird (was man eh nicht wirklich sieht, da es ab vier Uhr dunkel wird), mir geht es gut.
Leider Gottes neigt sich hier derzeit das Herbstsemester dem Ende zu und ich habe leider Gottes meine Kurse so gewählt, dass ich zwei Hausarbeiten und ein Examen fast zur selben Zeit abliefern muss. Um es noch deprimierender zu machen: Alles rund um meinen Geburtstag herum. Da hülfe nicht einmal mehr eine yes-Torte.
Deshalb sitze ich hauptsächlich an meinem Laptop, tippe mir die Finger wund und wenn ich Pause habe lerne ich für die Linguistik-Prüfung.
Überhaupt Prüfungen: Hier ist es völlig normal, sechsstündige Klausuren zu schreiben. Und wir sprechen hier nicht von popligen Schulstunden à 45 Minuten. Nein, ganze sechs sechzigminütige Stunden soll der Spaß dauern. Zusätzlich wird in Massenprüfungen getestet. Das heißt beispielsweise, dass zehn verschiedene Kurse sich am selben Tag zur selben Zeit am selben Ort treffen um nicht die selben Prüfungen abzulegen. Um den Austragungsort wird ein ziemlicher Bohei gemacht: Er wird erst eine Woche vorher verkündet und wenn man Pech hat, muss man erst einmal eine halbe Stunde mit dem Bus dorthin fahren. Man muss außerdem mit schwarzem oder blauem Kugelschreiber schreiben, sodass man mittels Kohlepapier zwei zusätzliche Kopien abliefern kann. Essen und trinken ist erlaubt (alles andere wäre unmenschlich), ebenso der Toilettengang nach vorheriger Ankündigung (alles andere würde gegen die Genfer Menschenrechtskonventionen verstoßen).
Jede Klausur hier ist wie eine echte Studiums-Abschluss-Prüfung: Lang, nervenaufreibend und höchstoffiziell.
Tja, lykke til für mich.
Dienstag, 28. Oktober 2008
Blog-Smalltalk
Was macht man, wenn man nichts zu erzählen hat, aber trotzdem etwas sagen will? Genau, man redet über das Wetter. Ich wollte hier nur kurz erwähnen, dass es heute bei uns schneit. Nicht viel, es bleibt auch nicht liegen (nur auf den Bergen), aber immerhin.
Ich will Lebkuchen.
Ich will Lebkuchen.
Donnerstag, 23. Oktober 2008
Bis die Augen bluten...
Bis gestern war hier in Bergen das BIFF, das Bergen International Film Festival. Ich bin hin, habe insgesamt acht Filme von sehr unterschiedlicher Prägung gesehen. Meine Schaulust ist bis auf weiteres mehr als gesättigt.
Hier die Liste mit den Filmen nebst einer Kurzkritik in einem Satz (oder zweien):
- Quickie Express: Sexkomödie aus Indonesien über einen als Pizzaservice getarnten Gigolo-Dienst für einsame Frauen - unterhaltsam, aber ein bisschen zu lang, denn: In der Kürze liegt die Würze.
- RocknRolla: Guy Ritchies aktueller Film, in dem es, natürlich, um Gangster geht. Cool gemacht, stylish.
- The Art Star and the Sudanese Twins: Ein Film, bei dem man sich ständig an die Stirn tippen will. Wie unreif und doof kann man eigentlich als Künstlerin sein?
- How to Lose Friends and Alienate People: Nette Komödie über einen ambitionierten englischen Journalisten, der nach New York geht um bei einem Celebrity-Magazin zu arbeiten. Gut gemacht, lustig, gute Schauspieler, Schluss ein wenig zu kitschig (Kuss im Park während "La Dolce Vita" im OpenAir-Kino läuft und Geigen spielen?? Hallo???)
- Adrift in Tokyo: Mein persönlicher Gewinner des BIFF. Ein Student mit riesigen Schulden kann seine Schulden abbezahlen, wenn er mit dem Geldeintreiber in Tokyo spazieren geht. Alle, die auf slice-of-life-Filme stehen sei dieser wärmstens empfohlen.
- The Fall: Spielt im Kalifornien zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Selbstmordgefährdeter Stuntman erzählt fünfjährigem Mädchen mit gebrochenem Arm und gebrochenem Englisch eine fantastische Geschichte. Ein bisschen wie BigFish, aber nicht so gut.
- Stalags: Doku über eine Art von Comic, der in den 60ern in Israel für Furore sorgte, nämlich Storys über schöne arische SS-Offizierinnen, die gefangene Alliierte vergewaltigen und foltern. Einer meiner ehemaligen Geschichtslehrer hätte dazu gesagt: "Des tust dich ned erfinden trau'n." Verstörend.
- Achilles and the Turtoise: How a wannabe artist miserably fails. Ebenfalls slice-of-life von Takeshi Kitano. Es ist nicht unbedingt schön, Menschen beim Scheitern zuzusehen. Aber unterhaltsam.
So, ich geh mir jetzt meine Augen verbinden...
Hier die Liste mit den Filmen nebst einer Kurzkritik in einem Satz (oder zweien):
- Quickie Express: Sexkomödie aus Indonesien über einen als Pizzaservice getarnten Gigolo-Dienst für einsame Frauen - unterhaltsam, aber ein bisschen zu lang, denn: In der Kürze liegt die Würze.
- RocknRolla: Guy Ritchies aktueller Film, in dem es, natürlich, um Gangster geht. Cool gemacht, stylish.
- The Art Star and the Sudanese Twins: Ein Film, bei dem man sich ständig an die Stirn tippen will. Wie unreif und doof kann man eigentlich als Künstlerin sein?
- How to Lose Friends and Alienate People: Nette Komödie über einen ambitionierten englischen Journalisten, der nach New York geht um bei einem Celebrity-Magazin zu arbeiten. Gut gemacht, lustig, gute Schauspieler, Schluss ein wenig zu kitschig (Kuss im Park während "La Dolce Vita" im OpenAir-Kino läuft und Geigen spielen?? Hallo???)
- Adrift in Tokyo: Mein persönlicher Gewinner des BIFF. Ein Student mit riesigen Schulden kann seine Schulden abbezahlen, wenn er mit dem Geldeintreiber in Tokyo spazieren geht. Alle, die auf slice-of-life-Filme stehen sei dieser wärmstens empfohlen.
- The Fall: Spielt im Kalifornien zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Selbstmordgefährdeter Stuntman erzählt fünfjährigem Mädchen mit gebrochenem Arm und gebrochenem Englisch eine fantastische Geschichte. Ein bisschen wie BigFish, aber nicht so gut.
- Stalags: Doku über eine Art von Comic, der in den 60ern in Israel für Furore sorgte, nämlich Storys über schöne arische SS-Offizierinnen, die gefangene Alliierte vergewaltigen und foltern. Einer meiner ehemaligen Geschichtslehrer hätte dazu gesagt: "Des tust dich ned erfinden trau'n." Verstörend.
- Achilles and the Turtoise: How a wannabe artist miserably fails. Ebenfalls slice-of-life von Takeshi Kitano. Es ist nicht unbedingt schön, Menschen beim Scheitern zuzusehen. Aber unterhaltsam.
So, ich geh mir jetzt meine Augen verbinden...
Abonnieren
Posts (Atom)